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Zscaler Q2: $3,4 Mrd. ARR und 1 Billion AI-Transaktionen – Die Investment-Thesis für das KI-Zeitalter

Clara
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Zscaler Q2: $3,4 Mrd. ARR und 1 Billion AI-Transaktionen – Die Investment-Thesis für das KI-Zeitalter

Zscaler (NASDAQ: ZS) hat am 26. Februar 2026 Quartalszahlen vorgelegt, die weit über bloßen Umsatzwachstum hinausgehen. Das Unternehmen verarbeitet mittlerweile jährlich knapp 1 Billion KI-Transaktionen und positioniert sich als zentrale Infrastruktur für die kommende Ära autonomer KI-Agenten. Mit einem ARR von $3,4 Milliarden (+25% YoY), einer erhöhten Jahresprognose und 25% des neuen Geschäfts aus verbrauchsbasierter Abrechnung liefert Zscaler nicht nur starke Zahlen – das Unternehmen demonstriert einen fundamentalen Shift hin zur KI-nativen Security-Plattform.

Für Investoren stellt sich die Frage: Ist das der Beweis, dass Zscaler die strukturelle Disruption durch KI nicht fürchten muss – sondern von ihr profitiert?

Die Zahlen: Wachstum über Erwartungen

Zscaler übertraf im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die eigene Guidance deutlich. Der Umsatz erreichte $816 Millionen – ein Plus von 26% im Jahresvergleich und 4% sequenziell. Das ARR (Annual Recurring Revenue) kletterte auf $3,4 Milliarden, was einem Wachstum von 25% entspricht. Net New ARR lag bei $156 Millionen (+19% YoY), wobei $17 Millionen auf die Red Canary-Akquisition entfielen. Bereinigt wuchs das organische Net New ARR um 7% – solide, aber nicht spektakulär.

Die Profitabilität verbesserte sich deutlich. Das Non-GAAP Operating Income stieg um 29% auf $181 Millionen, die Operating Margin erreichte 22,2% (+50 Basispunkte). Die Gross Margin blieb mit 80,2% nahezu stabil. Der Operating Cash Flow lag bei $204 Millionen (+14% YoY), die Free Cash Flow Margin fiel leicht auf 20,7% (Vorjahr: 22,1%) – laut Management primär aufgrund von Timing-Effekten bei Zahlungseingängen.

Die Remaining Performance Obligation (RPO) – ein Indikator für zukünftige Umsätze – sprang um 31% auf $6,1 Milliarden, wobei 47% als kurzfristig klassifiziert wurden. Das signalisiert starke Vertragsverlängerungen und Neugeschäft.

Red Canary Integration: Guidance angehoben, aber Churn erhöht

Zscalers Übernahme von Red Canary, einem MDR-Anbieter (Managed Detection and Response), entwickelt sich besser als ursprünglich erwartet. Das ARR von Red Canary erreichte zum Quartalsende $114 Millionen. Die Jahresprognose für Red Canary wurde von ursprünglich $90 Millionen auf $130 Millionen angehoben – ein deutliches Signal, dass die Integration schneller voranschreitet als geplant.

CFO Kevin Rubin räumte jedoch ein, dass die Churn-Rate im MDR-Segment höher sei als im Kerngeschäft von Zscaler. Das ist strukturell bedingt: Managed Security Services haben traditionell höhere Kundenabwanderung als reine Plattform-Subscriptions. Für Investoren bleibt die Frage: Kann Zscaler die Red Canary-Kundenbasis langfristig in die eigene Zero Trust-Plattform integrieren und damit Churn senken? Die Cross-Selling-Opportunity ist vorhanden – wird aber erst in kommenden Quartalen messbar.

KI-Security: Von Buzzword zu strukturellem Wachstumstreiber

Der eigentliche Game-Changer in den Q2-Zahlen ist die KI-Story. Zscaler verarbeitete im Kalenderjahr 2025 knapp 1 Billion KI-Transaktionen. Das Unternehmen erkannte innerhalb seiner Kundenbasis über 3.400 einzigartige KI-Anwendungen – viermal mehr als vor zwölf Monaten. Über 18.000 Terabyte an Daten wurden allein im vergangenen Jahr an KI-Apps übertragen.

CEO Jay Chaudhry betonte auf dem Earnings Call: „KI-Agenten werden zur schwächsten Stelle in der Cybersecurity. Ein kompromittierter Agent kann innerhalb von Sekunden kritische Daten exfiltrieren oder Systeme manipulieren." Zscalers Zero Trust Exchange-Architektur ist darauf ausgelegt, genau diesen Angriffsvektor zu adressieren: Jede Verbindung – ob Mensch-zu-Maschine oder Agent-zu-Agent – wird inline durch Policy-Enforcement gesichert.

Das Unternehmen verarbeitet mittlerweile Millionen von MCP-Requests (Machine-to-Cloud/Prompt) pro Monat – vor zwei Quartalen waren es noch null. Ein Fortune-100-Finanzdienstleister nutzt Zscalers Plattform, um seine KI-Agenten sicher mit internen Anwendungen zu verbinden. Das Beispiel zeigt: KI-Security ist kein theoretisches Konzept mehr, sondern aktive Enterprise-Nachfrage.

Der finanzielle Impact ist messbar. 25% des neuen ACV (Annual Contract Value) stammt mittlerweile aus verbrauchsbasierten, nicht sitzplatzgebundenen Nutzungsmodellen – primär getrieben durch KI-Workloads. Das ARR-Wachstum in diesem Segment liegt bei über 100%. Das Pricing-Modell ist tokenbasiert, analog zu Hyperscalern wie AWS oder Azure: Je mehr KI-Transaktionen, desto höher die Rechnung.

Zero Trust Everywhere: Plattform-Adoption beschleunigt

Zscalers Strategie „Zero Trust Everywhere" zahlt sich aus. Über 550 Unternehmen nutzen mittlerweile mehrere Module der Plattform – vor einem Jahr waren es nur 130. Das entspricht einem Anstieg von 323%.

Die Logik ist simpel: Kunden, die nur Zero Trust Internet Access (ZIA) nutzen, zahlen X. Kunden, die zusätzlich Zero Trust Private Access (ZPA), Zero Trust Branch und Zero Trust Cloud einsetzen, zahlen 2x bis 3x mehr. Chaudhry bestätigte auf dem Call: „Der Übergang zu Zero Trust Everywhere führt zu einer ARR-Multiplikation um den Faktor 2 bis 3."

Das ZFlex-Programm – ein mehrjähriges, modulares Lizenzmodell – generierte im Quartal über $290 Millionen Total Contract Value (TCV), ein Plus von 65% gegenüber dem Vorquartal. ZFlex-Deals haben typischerweise eine Laufzeit von vier Jahren und ermöglichen Kunden, Module flexibel zu aktivieren oder zu tauschen. Das senkt Verkaufszyklen und erhöht initiale Commitments.

45% der Zero Trust Branch-Kunden im Quartal waren neue Logos – ein Beleg dafür, dass das Partnergeschäft funktioniert. Die ARR-Penetration in der Fortune 500 liegt bei über 45%, aber von 20.000 identifizierten Zielunternehmen sind erst 4.400 Kunden gewonnen. Das TAM bleibt zu 78% unerschlossen.

Guidance: Angehoben, aber konservativ?

Zscaler hob die Jahresprognose für Geschäftsjahr 2026 an:

  • ARR: $3,73-3,745 Milliarden (~24% Wachstum)
  • Umsatz: $3,309-3,322 Milliarden (+23,8-24,3% YoY)
  • Operating Profit: $742-748 Millionen (+28-29% YoY)
  • Free Cash Flow Margin: 26,5-27%

Für Q3 erwartet das Management $834-836 Millionen Umsatz (~23% Wachstum). Die Guidance ist vorsichtig formuliert – insbesondere angesichts der starken Q2-Übererfüllung und des beschleunigten Plattform-Wachstums. Analysten erwarten möglicherweise weitere Anhebungen im Jahresverlauf.

Ein Risikofaktor: Memory- und Storage-Preise. Zscaler betreibt eigene Rechenzentren und kauft Hardware für Zero Trust Branch-Appliances. Bisher seien Preiserhöhungen „nicht materiell", so CFO Rubin, könnten aber zukünftig Margen belasten.

Wettbewerbsdynamik: Stabil, aber nicht ohne Druck

CEO Chaudhry betonte, dass sich die Wettbewerbsdynamik in den letzten Quartalen „nicht wesentlich verändert" habe. Gleichzeitig steht Zscaler unter Druck von zwei Seiten:

  1. Hyperscaler: AWS, Azure und Google Cloud integrieren zunehmend native Security-Services in ihre Plattformen. Warum einen externen Vendor bezahlen, wenn die Cloud bereits Security bietet?
  2. Plattform-Konsolidierung: Palo Alto Networks (PANW) verfolgt eine aggressive Buy-and-Bundle-Strategie. Nach der CyberArk-Übernahme deckt PANW Network, Cloud, Endpoint und Identity ab – alles aus einer Hand.

Zscalers Gegenargument: Architekturüberlegenheit. Die Zero Trust Exchange ist cloud-native von Grund auf, während Wettbewerber Legacy-Produkte integrieren. Die Frage ist, ob dieser Vorteil langfristig Pricing Power rechtfertigt – oder ob Kunden den „Good Enough"-Ansatz konsolidierter Plattformen bevorzugen.

Investment-Implikationen: KI-Security als strukturelle Wachstumsstory

Der Cybersecurity Leaders Fonds hält eine Position in Zscaler aufgrund der einzigartigen Positionierung im Zero Trust- und KI-Security-Markt. Die Q2-Zahlen bestätigen drei strukturelle Thesen:

  1. KI-Agents erfordern neue Security-Architektur: Zscalers 1 Billion AI-Transaktionen sind kein Marketing-Gag, sondern Beweis für reale Enterprise-Adoption. Das Unternehmen ist Jahre voraus in der Absicherung agentic workflows.
  2. Verbrauchsbasierte Modelle erhöhen Customer Lifetime Value: 25% neues ACV aus Metered Usage zeigt, dass Pricing sich vom starren Seat-Modell löst. Je mehr KI-Adoption, desto mehr Umsatz – ohne neue Vertragsverhandlungen.
  3. Plattform-Konsolidierung in der Kundenbasis: Zero Trust Everywhere-Kunden verdoppeln bis verdreifachen ARR. Das Cross-Sell-Potenzial in der bestehenden Basis ist enorm.

Risiken bleiben: Margin-Druck durch Hardware-Kosten, Red Canary Churn und Wettbewerb durch Hyperscaler. Doch die Kombination aus ARR-Wachstum, Profitabilitätsexpansion und strukturellem KI-Tailwind rechtfertigt ein Premium-Valuation.

Fazit: Die richtige Plattform für die KI-Ära?

Zscalers Q2-Zahlen sind mehr als ein solides Quartalsergebnis. Sie zeigen ein Unternehmen, das den Übergang von „Cloud Security" zu „AI Security" aktiv vollzieht – und dabei wächst, profitabel wird und Kunden bindet.

Die Investment-Thesis ist klar: Wer davon ausgeht, dass KI-Agents die nächste IT-Revolution sind, braucht eine Security-Architektur, die inline, skalierbar und cloud-native ist. Zscaler liefert das heute – nicht in zwei Jahren.

Für Investoren bedeutet das: Die Bewertung mag hoch erscheinen, aber der strukturelle Wachstumspfad ist intakt. Die Frage ist nicht, ob KI-Security ein Markt wird – sondern wer ihn dominiert. Nach diesen Zahlen ist Zscaler der Favorit.

Quellen

  • Zscaler Q2 FY2026 Earnings Call Transcript (26. Februar 2026)
  • Zscaler Investor Relations: Earnings Release & Shareholder Letter
  • The Motley Fool: Zscaler Q2 2026 Earnings Call Highlights
  • GuruFocus: Zscaler Q2 2026 Earnings Analysis
  • Benzinga: Zscaler Earnings Preview & Analyst Forecasts
  • SecurityWeek: AI Security Market Trends 2026
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